Geburtstagsgeld wird für zwei neue Hirsche gespart

Harbke, den 13.04.2012

Harbkes Bürgermeister bat zu seinem 60. um Spenden – mehr als 4700 Euro fürs Hirschtor gesammelt - Das Hirschtor an der Nordost-Seite des Harbker Schlossparks soll einen Wiederaufbau erfahren – zumindest, was die zwei stattlichen Hirschfiguren anbelangt. Es wäre der zweite Versuch, Originalnachbildungen dort dauerhaft zu platzieren.

 

„Noch zu meinen Lebzeiten, das ist mein ganz persönlicher Herzenswunsch, sollen die originalgetreuen Hirschfiguren wieder auf ihren Podesten sitzen“, sagt Harbkes Bürgermeister, Werner Müller. Und das Ortsoberhaupt spannt sich persönlich auch vor den Karren, auf dass der Traum bald schon Erfüllung finden kann. Anlässlich seines 60. Geburstages
am 22. März sammelte Müller ein Spendengeld in Höhe von 4718 Euro, das er komplett für die Rückkehr der Hirsche weiterreicht. „Es gab eine große Feier im Kulturhaus mit 160 Gästen, die ich im Vorfeld gebeten hatte, anstelle von Geschenken eine Spende nach eigenem Ermessen zu leisten“, erklärt Werner Müller. „Ein großer Dank an dieser Stelle für die breite Unterstützung aller Spender. Ich meine, das ist eine stattliche Summe, die uns in dem Vorhaben ein gutes Stück voranbringt.“ Dank richtete Müller auch an die Wohnungsgenossenschaft „Neue Heimat“ für die Bereitstellung der Räume im Kulturhaus. Die Spende wandert zunächst auf die hohe Kante der Gemeinde, denn der Bedarf ist noch weitaus höher. Erste Kostenvoranschläge für die zwei Statuen schwankten zwischen 40 000 und 80 000 Euro. Müller ist jedoch zuversichtlich, „dass wir das billiger hinbekommen“. Nichtdestotrotz sind weitere Mittel vonnöten, die sich vornehmlich aus Spenden speisen sollen. Entsprechende Einzahlungen können unter dem Verwendungszweck „Hirschtor“ auf das Gemeindekonto überwiesen werden. „Eine zeitliche Vorgabe ist daher schwierig zu treffen“, sagt Werner Müller. Zumal man noch auf der Suche nach einer passenden Modellvorlage für die Figuren ist. 1,5 Meter lang und knapp einen Meter hoch thronten die zwei Bronzegüsse seit 1848 am Tor zur Breiten Allee – bis sie in den Wirren des Zweiten Weltkriegs auf Nimmerwiedersehen verschwanden. Die 1963 erneuerten Hirsche – seinerzeit übrigens in falscher Blickrichtung postiert – überdauerten keine 20 Jahre. „Sie fielen wohl Vandalismus und Diebstahl zum Opfer, aber keiner weiß genau, was damit passiert ist“, sagt Müller. Kontakt in Sachen Formatvorlage besteht derzeit zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die im Besitz zweier formgleicher Statuen ist. „Die Vermaßung der Harbker Hirsche liegt dort inzwischen vor“, so Müller.

 

Foto: Das einstige Tor ist mittlerweile einer Treppe gewichen. Der gemauerte Unterbau für die Figuren steht noch. Werner Müllers Wunsch ist, dass die Hirsche bald schon wieder darauf thronen.

 

Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme

 

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